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Zusammenarbeit im Alltag: Feedback geben, ohne zu bremsen

Auswertung einer Kampagne am Bildschirm

Gutes Feedback beschreibt, was ein Entwurf bei Ihnen auslöst und wo er die Aufgabe verfehlt, nicht wie er zu ändern ist. Es kommt gebündelt statt in Zurufen, rechtzeitig statt kurz vor Schluss, von einer Stimme statt aus dem ganzen Haus, und es bezieht sich auf die Ebene, die gerade zur Entscheidung steht. Wer stattdessen Lösungen vorgibt, bekommt genau das, was er angeordnet hat, und trägt das Ergebnis dann selbst.

Wirkung statt Lösung

Der Unterschied klingt spitzfindig und ist der wichtigste Punkt überhaupt. Wenn Sie sagen, die Überschrift solle größer werden, haben Sie eine Anweisung gegeben. Wenn Sie sagen, Ihnen sei beim ersten Blick nicht klar, worum es geht, haben Sie ein Problem beschrieben. Im ersten Fall bekommen Sie eine größere Überschrift und womöglich dasselbe Problem. Im zweiten Fall bekommen Sie eine Lösung, und vielleicht ist es eine, auf die Sie nie gekommen wären.

Sie sind Fachmann für Ihr Geschäft, Ihre Kundschaft und Ihre Ziele. Die Agentur ist Fachmann für die Umsetzung. Feedback funktioniert, wenn beide bei ihrem Fach bleiben. Das heißt nicht, dass Sie keine Ideen äußern dürfen. Kennzeichnen Sie sie nur als das, was sie sind: ein Vorschlag, keine Vorgabe.

Die Regeln, die den Alltag tragen

  • Gebündelt: Sammeln Sie Rückmeldungen und geben Sie sie in einem Stück. Einzelne Zurufe über Tage zerreißen jede Arbeit.
  • Widerspruchsfrei: Klären Sie Uneinigkeiten intern, bevor Sie senden. Widersprüchliches Feedback ist keine Rückmeldung, sondern ein Konflikt zum Weiterreichen.
  • Priorisiert: Sagen Sie, was zwingend ist und was Geschmack. Ohne diese Trennung wird alles gleich gewichtet.
  • Rechtzeitig: Verspätetes Feedback kostet den Termin, und zwar Ihren.
  • Vollständig: Alles auf einmal. Nachgereichte Punkte in der nächsten Runde sind der zuverlässigste Weg, eine Zusammenarbeit zu zermürben.
  • Auch das Gute: Sagen Sie, was funktioniert. Sonst wird es in der nächsten Runde wegoptimiert.

Die richtige Ebene treffen

Jeder Entwurf steht auf einer bestimmten Stufe zur Entscheidung. Bei einer Struktur geht es um Wege, nicht um Farben. Bei einem ersten Gestaltungsentwurf geht es um die Richtung, nicht um Formulierungen. Bei einer Endabnahme geht es um Details, nicht um die Grundsatzfrage.

Wenn Sie auf einer frühen Stufe über Details sprechen, verlieren beide Seiten Zeit. Wenn Sie auf einer späten Stufe die Grundsatzfrage aufmachen, vernichten Sie die Arbeit dazwischen. Fragen Sie deshalb zu Beginn jeder Runde, worüber jetzt entschieden wird, und halten Sie sich daran. Eine gute Agentur sagt es von sich aus dazu.

Der Umgang mit Widerspruch

Wenn die Agentur Ihrem Feedback widerspricht, ist das zunächst ein gutes Zeichen. Sie haben Urteilsvermögen eingekauft, und Urteilsvermögen äußert sich manchmal als Nein. Hören Sie sich die Begründung an, bevor Sie auf Ihrer Sicht bestehen.

Am Ende entscheiden Sie, das ist Ihr Recht. Aber unterscheiden Sie zwei Fälle. Wenn es um Ihr Geschäft geht, um Ihre Kundschaft, um Ihre Ziele, haben Sie recht und sollten sich durchsetzen. Wenn es um Handwerk geht, sollten Sie sehr gute Gründe haben, sich über den Rat hinwegzusetzen. Und wenn Sie es tun, sagen Sie es offen und übernehmen Sie die Verantwortung dafür, statt es später der Agentur anzulasten.

Der Rhythmus

Legen Sie feste Termine für Abstimmungen fest, statt sich ständig zwischendurch zu melden. Ein verlässlicher Rhythmus schützt beide Seiten: Die Agentur kann arbeiten, ohne alle zwei Stunden unterbrochen zu werden, und Sie müssen nicht befürchten, den Anschluss zu verlieren.

Halten Sie außerdem fest, was besprochen wurde, wer was bis wann tut und was entschieden ist. Das ist kein Misstrauen, sondern Gedächtnis. Die meisten Streitigkeiten über den Umfang beginnen mit zwei unterschiedlichen Erinnerungen an dasselbe Gespräch. Und was entschieden ist, bleibt entschieden, sonst dreht sich alles im Kreis.

Fazit

Beschreiben Sie die Wirkung, nicht die Lösung, und geben Sie Feedback gebündelt, widerspruchsfrei, priorisiert, rechtzeitig und vollständig. Sagen Sie auch, was gut ist. Treffen Sie die Ebene, die gerade zur Entscheidung steht, hören Sie sich Widerspruch an und setzen Sie sich beim Handwerk nur mit guten Gründen darüber hinweg. Halten Sie einen festen Rhythmus und schreiben Sie Entscheidungen auf.

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