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Zielgruppe beschreiben: Wie Sie Ihre Kundschaft für die Agentur greifbar machen

Eine brauchbare Zielgruppenbeschreibung beantwortet nicht die Frage, wer Ihre Kundschaft ist, sondern warum sie kauft und was sie davon abhält. Alter, Wohnort und Familienstand sind leicht zu erheben und fast nutzlos, weil sie nichts über die Entscheidung erklären. Wer stattdessen Anlass, Situation und Hürde beschreibt, gibt einer Agentur das, womit sie tatsächlich arbeiten kann.

Warum demografische Merkmale in die Irre führen

Zwei Menschen können in Alter, Einkommen und Wohnlage übereinstimmen und trotzdem völlig verschieden entscheiden. Umgekehrt kaufen Menschen, die auf dem Papier nichts gemeinsam haben, dasselbe Produkt aus demselben Grund. Der gemeinsame Nenner ist fast nie ein Merkmal der Person, sondern eine Lage, in der sie sich befindet.

Fragen Sie deshalb nicht, wer kauft, sondern wann. Was ist passiert, bevor jemand bei Ihnen anruft. Ein Umzug, ein Schaden, ein Wachstumsschub, eine gescheiterte Zusammenarbeit, eine Vorschrift, eine Jahreszeit. Dieser Auslöser ist der Ansatzpunkt für jede Kommunikation, weil er sagt, wann jemand überhaupt empfänglich ist.

Die Fragen, die eine Beschreibung tragen

  • Auslöser: Was muss geschehen, damit jemand nach Ihrem Angebot sucht.
  • Alternativen: Was tun Menschen sonst, wenn sie nicht zu Ihnen kommen. Der wichtigste Wettbewerber ist oft, es weiter auszusitzen.
  • Hürden: Was hält jemanden ab. Preis ist selten die ehrliche Antwort. Häufiger sind Unsicherheit, Aufwand, schlechte Erfahrungen oder die Angst, sich zu blamieren.
  • Entscheidungsweg: Wer entscheidet, wer redet mit, wer zahlt. Im Geschäftskundenbereich sind das oft verschiedene Personen mit gegenläufigen Interessen.
  • Sprache: Wie benennen die Menschen selbst ihr Problem. Nicht wie Sie es benennen.
  • Enttäuschungen: Was hat vorher nicht funktioniert und welchen Verdacht bringen die Leute deshalb mit.

Wo Sie die Antworten bekommen

Sie müssen dafür keine Studie beauftragen. Die Antworten liegen in Ihrem Haus, meist ungenutzt. Ihr Vertrieb hört jeden Tag die Einwände. Ihr Service hört die Beschwerden. Ihre Buchhaltung weiß, wer wiederkommt und wer nicht. Setzen Sie sich mit diesen Menschen zusammen und schreiben Sie mit, wörtlich.

Noch besser ist es, mit der Kundschaft selbst zu sprechen. Rufen Sie Menschen an, die kürzlich gekauft haben, und fragen Sie, was den Ausschlag gab und was sie fast abgehalten hätte. Rufen Sie auch die an, die sich gegen Sie entschieden haben. Diese Gespräche sind unangenehm und lehrreich. Eine gute Agentur wird von sich aus danach fragen oder anbieten, sie zu führen.

Machen Sie daraus eine Gewohnheit statt einer einmaligen Übung. Eine Zielgruppenbeschreibung altert, ohne dass es auffällt: Auslöser verschieben sich, weil sich Gewohnheiten ändern. Hürden verschwinden, weil ein Wettbewerber sie abgeräumt hat, und neue kommen dazu. Die Sprache wandelt sich ohnehin ständig. Wer eine Beschreibung einmal erstellt und dann jahrelang unverändert weiterreicht, arbeitet irgendwann gegen eine Kundschaft, die es so nicht mehr gibt.

Nehmen Sie sich deshalb in ruhigen Phasen die Beschreibung vor und gleichen Sie sie mit dem ab, was Vertrieb und Service gerade hören. Das kostet wenig Zeit und verhindert, dass eine überholte Annahme jede weitere Entscheidung verzerrt. Halten Sie dabei auch fest, was sich nicht geändert hat. Diese stabilen Punkte sind wertvoll, weil auf ihnen eine Kommunikation aufbauen kann, die länger als eine Saison trägt.

Ehrlich bleiben über die Größe

Viele Beschreibungen scheitern daran, dass niemand jemanden ausschließen will. Am Ende steht dort, dass sich das Angebot an alle richtet, die Wert auf Qualität legen. Das ist keine Zielgruppe, das ist eine Hoffnung. Wer alle meint, spricht niemanden an, weil jede Botschaft, die für alle passt, für niemanden gemacht ist.

Entscheiden Sie sich bewusst dafür, wen Sie nicht meinen. Das fühlt sich an wie Verzicht und ist in Wahrheit der Gewinn: Erst wenn eine Botschaft für die einen spürbar zutrifft, entsteht Anziehung. Dass sie andere kalt lässt, ist kein Fehler, sondern die Bedingung dafür.

Mehrere Gruppen sauber trennen

Häufig gibt es nicht eine Zielgruppe, sondern mehrere, die einander wenig ähneln. Ein Betrieb bedient Privatleute und Gewerbe, oder er verkauft an Entscheider und muss zugleich Anwender überzeugen. Werfen Sie diese Gruppen nicht in einen Topf. Beschreiben Sie jede einzeln mit Auslöser, Hürde und Sprache und sagen Sie der Agentur, welche Vorrang hat.

Diese Priorität ist wichtig. Wenn zwei Gruppen widersprüchliche Erwartungen haben, muss jemand entscheiden, für wen die Kommunikation in erster Linie gemacht ist. Diese Entscheidung ist Ihre, nicht die der Agentur.

Fazit

Beschreiben Sie Situationen statt Merkmale. Nennen Sie Auslöser, Alternativen, Hürden, Entscheidungswege und die Sprache Ihrer Kundschaft. Holen Sie sich die Antworten aus Vertrieb, Service und echten Gesprächen. Und trauen Sie sich, jemanden auszuschließen. Eine scharfe, ehrliche Beschreibung ist der wertvollste Teil eines Briefings.

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