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Das Briefing schreiben: Was eine Agentur wirklich von Ihnen braucht

Ein gutes Briefing beantwortet eine einzige Frage: Was soll sich ändern und für wen. Es beschreibt das Problem, nicht die Lösung. Wer stattdessen bereits Format, Farbe und Formulierung vorgibt, bestellt Handwerk und bezahlt Beratung. Der teuerste Fehler im Umgang mit Agenturen entsteht meist schon hier, weil ein unklares Briefing sich durch das gesamte Projekt zieht und am Ende als Unzufriedenheit mit dem Ergebnis erscheint.

Was hineingehört

Ein Briefing muss nicht lang sein, aber es muss ehrlich sein. Die folgenden Punkte tragen fast jedes Vorhaben.

  • Ausgangslage: Wo stehen Sie. Was läuft gut, was nicht. Was haben Sie bereits versucht und mit welchem Eindruck.
  • Ziel: Was soll nach dem Projekt anders sein. Formulieren Sie das als Zustand, nicht als Maßnahme. Mehr Anfragen aus einer bestimmten Region ist ein Ziel. Eine neue Broschüre ist es nicht.
  • Zielgruppe: Wen wollen Sie erreichen. Beschreiben Sie Menschen und ihre Lage, nicht demografische Hüllen.
  • Botschaft: Was soll hängen bleiben, wenn nur ein Satz hängen bleibt.
  • Rahmen: Wann muss es fertig sein, welcher finanzielle Spielraum besteht, welche internen Freigaben sind nötig.
  • Grenzen: Was ist gesetzt und darf nicht angetastet werden. Ein Firmenname, eine Farbe, ein bestehendes System, eine Verpflichtung gegenüber Dritten.

Das Ziel gehört vor die Maßnahme

Viele Briefings beginnen mit einer Maßnahme, weil die leichter zu benennen ist. Wir brauchen eine neue Website. Wir brauchen mehr Präsenz in sozialen Netzwerken. Wir brauchen einen Film. Das mag am Ende stimmen, aber es ist eine Antwort, keine Frage. Wenn Sie mit der Antwort einsteigen, kann die Agentur nur noch ausführen.

Drehen Sie es um. Beschreiben Sie, woran Sie merken, dass etwas nicht stimmt. Es kommen Anfragen, aber die falschen. Die Kundschaft versteht nicht, was Sie eigentlich anbieten. Ihre Leute erklären das Unternehmen jedes Mal anders. Ein Wettbewerber wirkt größer, obwohl er kleiner ist. Solche Beobachtungen sind der eigentliche Rohstoff. Aus ihnen entsteht ein Vorschlag, der zur Ursache passt und nicht zum Symptom.

Ehrlichkeit über den Rahmen

Der häufigste Streitpunkt entsteht daraus, dass der finanzielle Rahmen im Briefing fehlt. Die Sorge dahinter ist verständlich: Wer eine Summe nennt, glaubt, sie werde ohnehin ausgeschöpft. In der Praxis führt das Verschweigen jedoch zu Vorschlägen, die entweder unbezahlbar sind oder unter Wert bleiben. Beides kostet beide Seiten Zeit.

Nennen Sie einen Rahmen, in dem Sie sich bewegen wollen, und sagen Sie dazu, ob er hart ist oder verhandelbar. Eine Agentur, die den Rahmen kennt, kann Prioritäten setzen und Ihnen sagen, was darin realistisch ist und was nicht. Das ist keine Schwäche, sondern die Grundlage jeder brauchbaren Planung. Dasselbe gilt für den Zeitrahmen. Wenn ein Termin unverrückbar ist, weil eine Messe, eine Eröffnung oder eine Saison daran hängt, muss das im Briefing stehen und nicht in der dritten Abstimmungsrunde auftauchen.

Wer briefen darf und wer freigibt

Ein Briefing ist auch eine Frage der Zuständigkeit. Klären Sie im eigenen Haus, wer die Aufgabe beschreiben darf und wer am Ende entscheidet. Wenn diese Rollen auseinanderfallen und die entscheidende Person das Briefing nie gesehen hat, ist ein Konflikt vorgezeichnet. Die Agentur liefert dann sauber gegen ein Briefing, das nie die Zustimmung derer hatte, die zustimmen müssen.

Legen Sie fest, wer der Agentur gegenüber spricht. Mehrere Stimmen mit unterschiedlichen Wünschen führen zu Kompromissen, die niemand wollte. Eine Person sammelt intern die Meinungen, gewichtet sie und gibt sie gebündelt weiter. Das ist unbequem, aber es ist der Unterschied zwischen einem Ergebnis mit Haltung und einem Ergebnis aus lauter Zugeständnissen.

Das Rebriefing als Sicherung

Bitten Sie die Agentur, Ihnen das Briefing in eigenen Worten zurückzuspiegeln, bevor gearbeitet wird. Dieses Rebriefing kostet wenig Zeit und deckt Missverständnisse auf, solange sie noch billig sind. Wenn dort etwas steht, das Sie so nicht gemeint haben, korrigieren Sie es jetzt und nicht dann, wenn bereits Entwürfe existieren. Ein Rebriefing zeigt zugleich, wie gut zugehört wurde, und ist damit auch eine Probe auf die Zusammenarbeit.

Fazit

Ein Briefing ist kein Formular, sondern eine Denkleistung. Beschreiben Sie Ausgangslage, Ziel, Zielgruppe, Botschaft, Rahmen und Grenzen und lassen Sie den Weg offen. Nennen Sie den finanziellen Spielraum, klären Sie die Freigabewege im eigenen Haus und verlangen Sie ein Rebriefing. Die Stunden, die Sie hier investieren, sparen Sie in jeder folgenden Abstimmungsrunde mehrfach ein.

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