Das Website-Projekt mit einer Agentur: Ablauf von der Idee bis zum Start
Ein Website-Projekt läuft in klar unterscheidbaren Phasen: Klärung der Ziele, Struktur, Gestaltung, Inhalte, technische Umsetzung, Test und Start. Wer diese Reihenfolge einhält, kommt zügig ans Ziel. Wer sie abkürzt, meist bei Klärung und Struktur, holt den gesparten Aufwand später mit Zinsen wieder ein. Und der häufigste Grund für Verzögerungen liegt nicht bei der Agentur, sondern bei Inhalten, die auf Auftraggeberseite nicht rechtzeitig entstehen.
Klärung und Struktur: die unsichtbare Arbeit
Am Anfang steht keine Gestaltung, sondern eine Klärung: Wer kommt auf diese Seite, was will diese Person, und was soll sie danach getan haben. Daraus entsteht die Struktur, also die Frage, welche Seiten es gibt, wie sie zusammenhängen und was auf jeder davon passieren soll.
Diese Phase fühlt sich unbefriedigend an, weil man nichts sieht. Genau deshalb wird sie gern übersprungen. Das ist ein Fehler, denn eine Website ist zuerst ein Gebäude und erst dann eine Fassade. Wenn die Struktur nicht trägt, hilft die schönste Gestaltung nicht. Erwarten Sie in dieser Phase Skizzen ohne Farbe und Bild, und widerstehen Sie dem Impuls, über Farben zu sprechen. Beurteilen Sie stattdessen, ob die Wege stimmen.
Inhalte: der übliche Engpass
Fast jedes Website-Projekt verzögert sich an derselben Stelle. Die Agentur wartet auf Texte, Bilder, Daten, Ansprechpartner, Rechtliches. Diese Dinge müssen aus Ihrem Haus kommen, und dort hat niemand Zeit, weil das Tagesgeschäft läuft.
- Früh beginnen: Inhalte entstehen parallel zur Struktur, nicht am Ende. Sobald klar ist, welche Seiten es gibt, kann geschrieben werden.
- Zuständigkeiten benennen: Jede Seite braucht eine Person, die den Inhalt liefert, mit Termin.
- Realistisch planen: Texte zu schreiben dauert länger, als alle denken. Wer das nicht selbst leisten kann, sollte es beauftragen.
- Bestand prüfen: Was vorhanden ist, ist selten brauchbar. Alte Texte sind meist um sich selbst gebaut und nicht um die Leserschaft.
- Bilder klären: Rechte an vorhandenen Bildern sind oft ungeklärt. Das fällt sonst kurz vor dem Start auf.
Gestaltung und Umsetzung
Erst wenn Struktur und Inhalte stehen, wird gestaltet. Ein Entwurf mit echtem Text ist ungleich aussagekräftiger als einer mit Platzhaltern, weil erst dann sichtbar wird, ob die Form die Sache trägt. Bestehen Sie darauf, Entwürfe mit echten Inhalten zu sehen, wenigstens für die wichtigsten Seiten.
Beurteilen Sie Entwürfe außerdem auf einem kleinen Bildschirm. Ein erheblicher Teil Ihrer Besucher wird die Seite mobil sehen, und eine Gestaltung, die auf einem großen Monitor beeindruckt, kann dort auseinanderfallen. Wer nur die Ansicht auf dem Schreibtisch beurteilt, beurteilt den kleineren Teil der Wirklichkeit.
Test und Start
Vor dem Start gehört eine Testphase, in der nicht die Agentur prüft, sondern Sie. Gehen Sie die Seite mit fremden Augen durch, lassen Sie Menschen aus Ihrem Haus Aufgaben erledigen und beobachten Sie, wo sie hängen bleiben. Prüfen Sie Formulare, indem Sie sie tatsächlich abschicken, und sehen Sie nach, ob die Nachricht ankommt und wer sie liest.
Klären Sie vor dem Start die Pflichtangaben und die Datenschutzhinweise. Eine Agentur kann Ihnen die Struktur dafür bereitstellen, aber die inhaltliche Verantwortung liegt bei Ihnen, und rechtliche Beratung darf sie nicht leisten. Holen Sie sich diese Prüfung von einer fachkundigen Stelle. Das ist kein Formalismus, sondern der Punkt, an dem Website-Projekte am ehesten teuer werden.
Nach dem Start beginnt die Arbeit
Eine Website ist kein Projekt mit Ende, sondern ein Gegenstand mit Pflege. Inhalte veralten, Technik braucht Aktualisierungen, Sicherheitslücken werden bekannt. Klären Sie vor dem Start, wer sich darum kümmert, in welchem Rhythmus und zu welchen Bedingungen. Wer das offen lässt, hat nach einiger Zeit eine Seite, die niemand anfasst.
Klären Sie ebenso, wer Zugang zu Domain, Hosting und Redaktionssystem hat. Diese Zugänge gehören Ihnen, auch wenn die Agentur sie verwaltet. Eine Zusammenarbeit endet irgendwann, und dann darf der Zugang zur eigenen Website kein Verhandlungsgegenstand sein.
Fazit
Halten Sie die Reihenfolge ein: erst klären, dann strukturieren, dann gestalten, dann umsetzen. Beginnen Sie früh mit den Inhalten und benennen Sie dafür Zuständige mit Terminen. Beurteilen Sie Entwürfe mit echtem Text und auf kleinen Bildschirmen, testen Sie selbst, lassen Sie die Rechtstexte fachkundig prüfen und regeln Sie Pflege und Zugänge, bevor die Seite online geht.