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Das Logo: Was es leisten kann und was nicht

Ein Logo hat eine Aufgabe: Es soll Sie unterscheidbar machen und wiedererkennbar bleiben. Es muss nicht erklären, was Sie tun, es muss nicht Ihre Werte transportieren und es muss niemandem gefallen, der nicht zu Ihrer Kundschaft gehört. Die Bedeutung eines Zeichens entsteht nicht im Entwurf, sondern durch jahrelangen Gebrauch. Deshalb sind die berühmtesten Zeichen der Welt für sich genommen belanglos und wurden erst durch Wiederholung zu dem, was sie sind.

Der häufigste Denkfehler

Viele Auftraggeber erwarten von einem Logo, dass es die ganze Firma erzählt. Die Branche soll erkennbar sein, die Werte sollen mitschwingen, die Historie soll vorkommen, die Innovationskraft ebenso. Das Ergebnis ist ein überfrachtetes Gebilde, das nichts davon leistet, weil ein Zeichen keine Erzählung tragen kann.

Ein Logo ist ein Verweis, kein Inhalt. Es funktioniert wie ein Name: Der Name sagt nichts über den Menschen, und trotzdem denken Sie sofort an eine bestimmte Person, wenn Sie ihn hören. Diese Verknüpfung entsteht durch Erfahrung, nicht durch Buchstaben. Bei einem Logo ist es genauso, und deshalb ist die richtige Frage nicht, ob es alles sagt, sondern ob es sich einprägt und ob es Ihnen in zehn Jahren nicht peinlich ist.

Woran Sie einen brauchbaren Entwurf erkennen

  • Unterscheidbarkeit: Sieht es anders aus als das der Wettbewerber. Prüfen Sie das ernsthaft, nicht nach Gefühl.
  • Reproduzierbarkeit: Funktioniert es sehr klein, sehr groß, in einer Farbe, graviert, gestickt, auf unruhigem Grund.
  • Einfachheit: Können Sie es aus dem Gedächtnis skizzieren. Wenn nicht, kann es niemand.
  • Langlebigkeit: Folgt es einer Mode, die in wenigen Jahren datiert wirkt.
  • Freiheit: Ist geprüft, ob ähnliche Zeichen bereits geschützt sind. Das ist keine Geschmacks-, sondern eine Rechtsfrage.

Der letzte Punkt gehört an den Anfang

Eine rechtliche Prüfung, ob ein Zeichen mit bestehenden Rechten Dritter kollidiert, gehört vor die Einführung und nicht danach. Wer ein Logo erst ausrollt und dann feststellt, dass ein anderes Unternehmen ältere Rechte an etwas Ähnlichem hat, zahlt zweimal: für den Rückbau und für den Ersatz. Die zuständigen Ämter und spezialisierte Anwältinnen und Anwälte geben dazu Auskunft.

Klären Sie mit der Agentur ausdrücklich, ob eine solche Prüfung Teil des Auftrags ist. Häufig ist sie es nicht, weil sie eine Rechtsdienstleistung darstellt, die eine Agentur nicht erbringen darf. Dann müssen Sie sie gesondert beauftragen. Wichtig ist nur, dass diese Lücke nicht unbemerkt bleibt.

Die Bewertung im eigenen Haus

Kaum etwas löst so viele Meinungen aus wie ein Logo. Jeder hat einen Geschmack, und plötzlich reden Menschen mit, die sonst nichts mit Kommunikation zu tun haben. Das ist menschlich und führt zuverlässig zu einem Zeichen ohne Kanten, weil jeder Einwand durch eine kleine Abrundung befriedet wurde.

Legen Sie deshalb vorab fest, wer entscheidet, und halten Sie den Kreis klein. Und ersetzen Sie die Frage, ob es gefällt, durch bessere Fragen: Ist es unterscheidbar. Ist es reproduzierbar. Merkt man es sich. Passt es zu dem, wofür wir stehen wollen. Gefallen ist ein schwacher Maßstab, denn ungewohnt und schlecht fühlen sich im ersten Moment gleich an, und das Ungewohnte ist oft genau das Richtige.

Was nach dem Entwurf kommt

Mit dem fertigen Zeichen ist die Arbeit nicht getan, sondern sie beginnt. Sie brauchen alle Dateiformate für Druck, Bildschirm und Beschriftung, Regeln für Schutzräume und Mindestgrößen, Varianten für einfarbige Anwendung und eine klare Ansage, was nicht erlaubt ist: verzerren, umfärben, mit Effekten versehen, in Fließtext einbauen.

Klären Sie außerdem die Rechte. Sie sollten das Zeichen zeitlich und räumlich unbeschränkt nutzen dürfen, es verändern lassen dürfen und es auch dann behalten, wenn die Zusammenarbeit endet. Das ist nicht selbstverständlich und gehört vor der Beauftragung in den Vertrag, nicht nach der Präsentation ins Gespräch.

Fazit

Erwarten Sie von einem Logo nicht, dass es Ihr Unternehmen erklärt. Verlangen Sie, dass es unterscheidbar, reproduzierbar, einprägsam und langlebig ist. Lassen Sie die rechtliche Lage vor der Einführung prüfen, halten Sie den Entscheiderkreis klein und ersetzen Sie die Geschmacksfrage durch sachliche Kriterien. Alles Weitere entsteht durch Gebrauch.

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